Wir führen keine lange Liste von Werten. Vier genügen. Der ehrliche Maßstab ist nicht, sie auszusprechen, sondern zu sehen, was sie kosten, wenn ihre Anwendung unbequem wird.
Transparenz
Wir sagen, was wir wissen und was wir nicht wissen, und halten beides auseinander. In der Forschung heißt das, Gesichertes von Strittigem zu trennen und auch Nullergebnisse zu veröffentlichen: sie sind der heute fehlende Teil der Literatur und der Grund, warum ganze Felder unklar bleiben. Führt eine Arbeitslinie zu nichts, sagen wir es, statt das Ziel nachträglich umzudeuten.
Ehrlichkeit darüber, was es gibt und was nicht
Wir stellen keine Fähigkeit als verfügbar dar, die noch eine offene Frage ist. Das ist der heikelste Punkt unserer Arbeit: MNEMOS untersucht, ob das kontrollierte Einfügen neuer Gedächtnisspuren möglich werden kann; es bietet es nicht an. Bei solchen Themen richten Wörter Schaden an, und sie falsch zu gebrauchen ist der schnellste Weg, ein Forschungsfeld unkenntlich zu machen.
Das gilt auch für die alltägliche Arbeit: wir schlagen nichts vor, was nicht gebraucht wird, und übernehmen keine Aufträge, die wir nicht ordentlich begleiten können. Wenn wir nicht die Richtigen sind, sagen wir es lieber.
Menschen vor Daten
Die uns anvertrauten Informationen bleiben vertraulich und werden nur für die vereinbarte Arbeit genutzt. Wir erheben das Mindeste, das nötig ist, und sagen es vorher. Wer an einer Forschung teilnimmt, wählt das Ziel selbst — nicht das Protokoll wählt es für ihn — und kann während des Verlaufs aussteigen, ohne dass es ihn etwas kostet.
KI bleibt unter menschlicher Aufsicht
In den Systemen, die wir bauen, schlägt die Engine vor und ein Mensch entscheidet, mit sichtbaren Quellen und jeder Entscheidung im Nachhinein nachvollziehbar. Wir schließen die Schleife nicht: ein System, das allein auf ein Ziel hin optimiert, das Menschen betrifft, findet Abkürzungen, die niemand wollte — und findet sie schneller, als wir es bemerken würden.
Die Grenze
Manches tun wir nicht, und es lohnt sich, es auszuschreiben: kein Eingriff ohne freie, informierte und widerrufbare Einwilligung; keine verdeckte Anwendung; keine Veränderung des Verhaltens von Menschen, die nicht darum gebeten haben, auch dann nicht, wenn jemand sie wohlmeinend nennen würde.
Wo diese Bedingungen konkret werden, nämlich in der Gedächtnisforschung, haben wir sie einzeln in den MNEMOS-Richtungen begründet. Dort zeigt sich, ob ein Grundsatz trägt.
Wie wir das alles im Alltag konkret umzusetzen versuchen, steht in unseren Verhaltensregeln.